Von Martina, 20. Januar 2026

Hybride PDF-E-Rechnungen in Europa: Der umfassende Überblick

Die E-Rechnungspflicht rollt an – doch welche Formate sind wirklich compliant? Besonders hybride PDF-E-Rechnungen bieten eine stressfreie Lösung für deutsche KMUs. Erfahren Sie, wie ZUGFeRD und Factur-X die Digitalisierung erleichtern, GoBD-sicher sind und Ihre internationale Rechnungsstellung zukunftssicher machen. Schluss mit Unsicherheit, Start mit Automatisierung!

Die Digitalisierung des Rechnungswesens ist keine Zukunftsvision mehr, sondern rechtliche und operative Realität. In ganz Europa werden elektronische Rechnungen zunehmend zum Standard im Geschäftsverkehr. Für Unternehmen bedeutet dieser Wandel nicht nur eine technische Umstellung, sondern auch die Notwendigkeit, sich intensiv mit neuen Formaten, Normen und nationalen Vorschriften auseinanderzusetzen.

Einleitung: Die E-Rechnungspflicht als Treiber der Digitalisierung

Die flächendeckende E-Rechnungspflicht etabliert sich als neue Realität im B2B-Geschäftsverkehr und stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Insbesondere für deutsche Unternehmen rückt das Thema mit großen Schritten näher: Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle inländischen Unternehmen in der Lage sein, elektronische Rechnungen zu empfangen und zu verarbeiten. Gestaffelte Pflichten zur Ausstellung von E-Rechnungen folgen in den kommenden Jahren.

Diese Entwicklung macht es unumgänglich, sich mit den verschiedenen E-Rechnungsformaten zu befassen, um nationale und grenzüberschreitende Compliance sicherzustellen. In dieser komplexen Landschaft spielen sogenannte PDF-Hybridformate wie ZUGFeRD und Factur-X eine besondere Rolle, da sie einen pragmatischen Übergang von der papierbasierten zur volldigitalen Welt ermöglichen.

Die europäische E-Rechnungslandschaft: Standards und nationale Umsetzungen

Die Basis: Europäische Norm EN 16931

Der Grundstein für die Harmonisierung der E-Rechnung in Europa wurde mit der EU-Richtlinie 2014/55/EU gelegt. Sie verpflichtet öffentliche Auftraggeber in allen Mitgliedstaaten, elektronische Rechnungen zu empfangen und zu verarbeiten, die einer bestimmten europäischen Norm entsprechen. Diese Norm ist die EN 16931, die ein standardisiertes semantisches Datenmodell für E-Rechnungen definiert. Sie legt fest, welche Informationen eine elektronische Rechnung enthalten muss und wie diese strukturiert sein sollen, um eine automatisierte Verarbeitung zu ermöglichen.

Nationale Spezifikationen und CIUS

Obwohl die EN 16931 einen gemeinsamen Rahmen schafft, haben viele Mitgliedstaaten diesen Standard durch sogenannte Core Invoice Usage Specifications (CIUS) an ihre nationalen steuerrechtlichen und geschäftlichen Anforderungen angepasst. Eine CIUS ist eine Anwendungsanleitung für die EN 16931, die bestimmte Felder zur Pflicht macht oder nationale Besonderheiten hinzufügt. Das bekannteste Beispiel in Deutschland ist die XRechnung, die im B2G-Verkehr (Business-to-Government) bereits verpflichtend ist.

Die neue Definition der E-Rechnung in Deutschland

Mit der Einführung der B2B-E-Rechnungspflicht durch das Wachstumschancengesetz ändert sich die rechtliche Definition einer Rechnung in Deutschland. Seit dem 1. Januar 2025 gilt eine Rechnung nur dann als elektronische Rechnung, wenn sie in einem strukturierten, maschinenlesbaren Format ausgestellt wird, das die elektronische Verarbeitung ermöglicht und der Norm EN 16931 entspricht. Reine PDF-Rechnungen, die per E-Mail versendet werden, erfüllen diese Anforderung nicht mehr und gelten als "sonstige Rechnungen".

Was ist eine "PDF-Hybrid-E-Rechnung"? Abgrenzung und Funktionsweise

Viele Unternehmen glauben fälschlicherweise, dass sie bereits E-Rechnungen versenden, weil sie ihre Rechnungen als PDF-Datei per E-Mail verschicken. Dies ist ein verbreiteter Irrtum. Ein einfaches PDF ist für eine Maschine nicht zuverlässig auslesbar und genügt daher nicht den Anforderungen der EN 16931.

Hier kommen die hybriden Formate ins Spiel. Sie kombinieren das Beste aus zwei Welten:

  • Ein visuell lesbares PDF-Dokument für den Menschen, meist im archivsicheren Format PDF/A-3.
  • Ein eingebetteter, maschinenlesbarer XML-Datensatz, der alle Rechnungsdaten in strukturierter Form für die Software des Empfängers enthält.

Nach den Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) ist der strukturierte XML-Teil der steuerlich führende Datensatz. Er muss im Originalformat aufbewahrt und archiviert werden. Bei ZUGFeRD-Rechnungen umfasst dies das vollständige PDF.

Schematischer Aufbau einer ZUGFeRD-Rechnung

Der entscheidende Vorteil dieser hybriden Formate liegt auf der Hand: Sie ermöglichen eine vollautomatische, digitale Verarbeitung durch die Buchhaltungssysteme des Empfängers. Gleichzeitig bieten sie eine menschlich lesbare Ansicht für Prüfzwecke oder für Empfänger, die noch nicht über eine automatisierte Verarbeitung verfügen.

Die primären PDF-Hybridformate in Europa: ZUGFeRD und Factur-X

ZUGFeRD (Deutschland)

ZUGFeRD steht für "Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland". Das Format wurde vom Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) entwickelt, um den Austausch von E-Rechnungen in der deutschen Wirtschaft zu fördern.

  • Aktuelle Version und Konformität: Der aktuelle Standard ist ZUGFeRD 2.4.0. Wichtig ist, dass alle Versionen ab 2.0.1 der europäischen Norm EN 16931 entsprechen und somit prinzipiell für die E-Rechnungspflicht geeignet sind. Unternehmen sollten dennoch darauf achten, stets die jeweils gültige Version der Spezifikation zu verwenden.
  • Profile: ZUGFeRD bietet verschiedene Profile (z.B. EN16931, EXTENDED), die unterschiedliche Detailtiefen der enthaltenen Daten ermöglichen. Das Profil "EN16931" stellt die europäisch konforme Basisanforderung dar.

Factur-X (Frankreich)

Factur-X ist das französische Pendant zu ZUGFeRD. Für international tätige Unternehmen ist entscheidend: Factur-X ist technisch identisch und vollständig kompatibel mit den korrespondierenden ZUGFeRD-Versionen. Diese Harmonisierung zwischen Deutschland und Frankreich erleichtert den grenzüberschreitenden Rechnungsaustausch erheblich.

Abgesehen von ZUGFeRD und Factur-X existieren aktuell keine weiteren weit verbreiteten PDF-Hybridformate in Europa, die der EN 16931 entsprechen und eine vergleichbare Relevanz haben. Viele nationale Umsetzungen setzen auf rein XML-basierte Standards (wie die XRechnung in Deutschland) oder nutzen Übertragungsnetzwerke wie Peppol.

Herausforderungen für Unternehmen: Compliance und internationale Komplexität

Die Umstellung auf die E-Rechnung bringt für Unternehmen mehrere Herausforderungen mit sich, die eine sorgfältige Planung erfordern.

  • Nationale Besonderheiten meistern: Die Vielzahl an nationalen CIUS und die unterschiedlichen Zeitpläne in den EU-Ländern erfordern eine flexible IT-Strategie.
  • Grenzüberschreitender Geschäftsverkehr: Wer international tätig ist, muss sicherstellen, dass seine Systeme die jeweiligen länderspezifischen Anforderungen erfüllen.
  • Prüf- und Validierungspflichten: Die korrekte Erstellung und Validierung von E-Rechnungen sind entscheidend. Laut Verwaltungsanweisungen können fehlerhafte Rechnungen, je nach Art des Fehlers (z.B. Formatfehler, Geschäftsregelfehler), zu steuerlichen Konsequenzen führen.
  • Übergangsfristen in Deutschland: Für die Ausstellung von B2B-E-Rechnungen gibt es Übergangsregelungen. In den Jahren 2025 und 2026 dürfen mit Zustimmung des Empfängers weiterhin Papierrechnungen und sonstige elektronische Rechnungen (z. B. einfache PDFs) versendet werden. Für Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von unter 800.000 € gilt diese Frist sogar bis Ende 2027. Ab dem 1. Januar 2028 wird die E-Rechnung dann für alle verpflichtend.

EU-Rechnung: Ihre Lösung für die europäische E-Rechnungs-Compliance

Die E-Rechnungspflicht in Deutschland und Europa erfordert von Unternehmen eine zukunftssichere technische Lösung. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, Start-ups und Selbstständige kann die Anpassung der Fakturierungsprozesse eine Hürde darstellen.

Hier setzt die Online-Plattform EU-Rechnung an. Unser Dienst unterstützt Unternehmen dabei, den Übergang zur E-Rechnung einfach zu gestalten. Der Kern der Lösung ist eine KI-gestützte Umwandlung von klassischen PDF-Rechnungen. Anstatt bewährte Prozesse zur Rechnungserstellung komplett umzustellen, können Nutzer ihre fertige Ausgangsrechnung als PDF hochladen. Die Plattform analysiert das Dokument, extrahiert alle relevanten Daten und wandelt sie automatisch in eine konforme E-Rechnung um – sei es ZUGFeRD oder XRechnung.

Dieser Ansatz unterstützt die Compliance mit den europäischen Formatlandschaften und den deutschen GoBD-Anforderungen, ohne dass tiefgreifende Änderungen an bestehender Software nötig sind. EU-Rechnung fungiert als Add-On, das sich auf die Bedürfnisse von deutschen KMUs, Start-ups und Selbstständigen konzentriert, damit diese sich auf ihr Kerngeschäft fokussieren können.

Fazit und Ausblick: Fit für die digitale Rechnungsstellung von morgen

Die E-Rechnung ist kein vorübergehender Trend, sondern ein fundamentaler Baustein der digitalen Transformation in der europäischen Wirtschaft. EN 16931-konforme Formate sind der Schlüssel zur Automatisierung und Effizienzsteigerung im Rechnungswesen. PDF-Hybridformate wie ZUGFeRD und Factur-X spielen dabei eine entscheidende Rolle als Brückentechnologie, die sowohl Mensch als auch Maschine bedient.

Für Unternehmen ist es jetzt an der Zeit, eine klare Strategie für den Umgang mit E-Rechnungsanforderungen zu entwickeln. Die Entwicklung wird nicht stehen bleiben: Mit dem geplanten EU-weiten Meldesystem im Rahmen von ViDA (VAT in the Digital Age) zeichnen sich bereits die nächsten Schritte zur Digitalisierung der Steuer- und Rechnungsdaten ab. Wer heute auf flexible Lösungen setzt, ist für die digitale Rechnungsstellung von morgen gerüstet.

Beginnen Sie jetzt mit der einfachen Umstellung. Sie erstellen Ihre Rechnungen weiterhin wie gewohnt als PDF und möchten ohne Systemwechsel EN 16931-konform werden? Testen Sie die KI-gestützte Konvertierung von EU-Rechnung und wandeln Sie Ihre PDFs mühelos in valide ZUGFeRD- und XRechnung-Formate um. Sichern Sie so Ihre Compliance für die Zukunft.

 

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Die Inhalte wurden mit größter Sorgfalt erstellt, eine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität kann jedoch nicht übernommen werden. Für eine verbindliche Beratung wird die Konsultation eines Steuerberaters oder Rechtsanwalts empfohlen.